Unser Football-Roadtrip in die USA begann anders als geplant: Kurz vor Stuttgart wurde der urspruengliche Flug annulliert. Am Ende wurde daraus aber kein Drama, sondern ein erstaunlich entspannter Reisetag mit United, viel Beinfreiheit, dem ersten IPA ueber den Wolken und einer spaeten Ankunft in Jersey City.
Es gibt Reisen, die beginnen mit einem sauberen Plan. Und es gibt Reisen, die erinnern einen schon vor dem Abflug daran, dass in den USA eigentlich immer ein bisschen Improvisation dazugehört. Unser Roadtrip im Oktober 2025 sollte eine Mischung aus New York, Washington, etwas Geschichte, sehr vielen Schritten und vor allem Football werden. Ich war schon mehrfach in den USA, aber dieses Mal war es besonders: Ich war mit einem guten Freund unterwegs, der genauso viel Lust auf NFL hatte wie ich. Unser Ziel war also nicht nur Sightseeing, sondern ganz bewusst: echte NFL-Spiele in den USA erleben.
Der erste größere Moment kam dann allerdings schon vor dem Flughafen Stuttgart. Unser ursprünglicher Flug über Zürich nach Newark wurde annulliert. Das ist genau so eine Nachricht, die man am Reisetag nicht lesen möchte. Interessanterweise hat die Umbuchung über die Lufthansa-App aber erstaunlich problemlos funktioniert. Statt Stuttgart - Zürich - Newark wurden wir auf eine Verbindung über Frankfurt umgebucht, der Langstreckenflug wurde von United durchgeführt. Und obwohl sich das erst einmal nach Stress anhörte, war es am Ende fast schon ein Glücksgriff.


Der neue Flug landete nur wenige Minuten später als ursprünglich geplant in Newark. Dazu kam, dass wir in der Economy Class bei United wirklich extrem viel Beinfreiheit hatten. So entspannt bin ich in der Holzklasse selten über den Atlantik geflogen. Für mich gehört auf solchen Flügen inzwischen auch ein IPA dazu, wenn es eines gibt. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, aber genau solche Dinge verbinden sich bei mir mit USA-Erinnerungen. In amerikanischen Bars trinke ich meistens lokales IPA, und schon dieses erste Bier im Flugzeug hat direkt wieder diese Sehnsucht nach den USA ausgelöst.



Gerade im Rückblick war diese Umbuchung ein gutes Beispiel dafür, warum ich bei USA-Reisen möglichst entspannt bleiben will, auch wenn zuerst etwas schiefläuft. Natürlich ist eine Annullierung kurz vor Abflug ärgerlich. Man denkt sofort an verpasste Anschlüsse, verlorene Hotelnächte, lange Schlangen am Serviceschalter und an den kompletten Plan, der kippen könnte. In unserem Fall war es aber fast erstaunlich, wie unspektakulär das Problem gelöst wurde. Ein paar Klicks in der App, neue Verbindung, weiter ging es. Das ist keine Garantie für jede Reise, aber es war ein guter Start in einen Trip, bei dem wir sowieso viel improvisieren mussten.
Für meinen Freund war die Situation sicher noch einmal spezieller. Wer zuletzt vor 9/11 in den USA war, kommt in ein Land zurück, das sich an Flughäfen, bei Sicherheitskontrollen und bei Einreisen deutlich verändert hat. Ich bin durch meine vielen Reisen inzwischen routinierter. Trotzdem finde ich solche gemeinsamen Starts spannend, weil man die USA dann auch wieder ein Stück durch die Augen von jemandem sieht, der lange nicht dort war. Dinge, die für mich fast normal geworden sind, wirken auf einmal wieder neu.
Geflogen sind wir am Ende mit United UA075 von Frankfurt nach Newark. Laut App ging es gegen 17:10 Uhr in Frankfurt los, die Ankunft in Newark war kurz nach 20 Uhr. Eigentlich war es also noch nicht tief in der Nacht, aber als wir ankamen, war Manhattan bereits beleuchtet. Dieser Moment, wenn man nach einem langen Flug aus dem Fenster oder später aus dem Auto die Lichter der Skyline sieht, funktioniert bei mir jedes Mal wieder.
Die Immigration in Newark war völlig unkompliziert. Bei mir ging es ohnehin schnell, aber ich fragte freundlich, ob mein Freund mitkommen könne. Für ihn war es der erste USA-Besuch seit der Zeit vor 9/11, also schon eine ganz andere Situation als bei mir mit meinen vielen Einreisen. Aber auch bei ihm war alles entspannt. Der Immigration Officer fragte, was wir in den USA machen wollen. Als ich sagte, dass wir wegen Football hier seien, kam direkt die Gegenfrage: "Our football or your football?" Ich antwortete sinngemäß: NFL, the real football. Das fand er offenbar so lustig, dass wir praktisch durchgewunken wurden. Besser kann eine Einreise kaum beginnen.


Nach der Immigration suchten wir am Newark Airport die richtige Uber-Pick-up-Area. Auch das war weniger kompliziert als gedacht. Wir bestellten ein UberX und fuhren nach Jersey City zu unserem Hotel. Die Fahrt kostete laut Beleg 22,67 Euro, dazu kamen 4,53 Euro Trinkgeld. Für die Strecke vom Newark Liberty International Airport bis zur Tonnelle Avenue in Jersey City fanden wir das wirklich günstig. Der Fahrer holte uns um 20:33 Uhr ab, kurz vor 21 Uhr waren wir am Ziel.
Unser Hotel war das Ramada by Wyndham Jersey City. Gebucht hatten wir es vom 8. bis 11. Oktober fuer 457,85 Euro. Das war für die Lage und für drei Nächte in der Nähe von New York ein richtig guter Preis. Genau solche Unterkünfte sind für mich bei USA-Reisen Gold wert: nicht luxuriös, aber sauber, praktisch, mit Frühstück und vor allem mit guter Anbindung. Zur PATH waren es nur wenige Gehminuten, was für die nächsten Tage perfekt war.
Für New York ist so eine Unterkunft in Jersey City aus meiner Sicht ein echter Tipp, wenn man nicht zwingend mitten in Manhattan schlafen möchte. Natürlich ist es schöner, abends einfach aus dem Hotel zu fallen und direkt am Times Square oder in Midtown zu stehen. Aber diesen Komfort bezahlt man meistens sehr teuer. Jersey City ist da ein guter Kompromiss: günstiger, ruhiger, oft mit größeren Zimmern und trotzdem mit der PATH schnell in Manhattan. Für uns war besonders wichtig, dass wir nicht jeden Morgen erst kompliziert anreisen mussten. Ein paar Minuten zu Fuß zur Station, dann unter dem Hudson River durch, und schon steht man am World Trade Center.
Auch das Frühstück spielte in die Rechnung hinein. Gerade bei einem Roadtrip, bei dem man ohnehin viel Geld für Tickets, Transport, Bier, Essen und spontane Dinge ausgibt, ist ein inkludiertes Frühstück nicht zu unterschätzen. Es muss nicht spektakulär sein. Ein Kaffee, etwas Toast, vielleicht ein Bagel oder ein bisschen Obst reichen oft schon, um nicht direkt morgens in Manhattan teuer starten zu müssen.
Nach dem Einchecken waren wir noch nicht direkt bereit fürs Bett. Dafür war die Vorfreude zu groß. Also erkundeten wir noch ein bisschen die Umgebung, schauten uns an, wo die PATH-Station lag, und genossen den ersten Blick Richtung Manhattan. Von Jersey City aus sieht die Skyline von New York gerade am Abend einfach großartig aus. Es ist dieser Moment, in dem man wirklich angekommen ist: Der Flug liegt hinter einem, der Jetlag ist noch nicht ganz da, und auf der anderen Seite des Hudson River leuchtet diese Stadt, die man schon unzählige Male gesehen hat und die trotzdem immer wieder wirkt.


Kurios waren auch die kleinen automatischen Uber-Eats-Fahrzeuge, die in Jersey City herumfuhren und Essen auslieferten. Wir haben sie an diesem Abend gleich mehrfach gesehen. Danach sind sie uns auf der Reise kaum noch begegnet, weshalb es fast wie ein kleiner lokaler Zukunftsmoment wirkte. Gegessen haben wir an diesem Abend nichts mehr. Nach Flug, Umbuchung, Einreise und erster Erkundung waren wir irgendwann einfach durch.
Kurz nach 22 Uhr fielen wir ins Bett. Der eigentliche Roadtrip hatte noch gar nicht richtig angefangen, aber der erste Tag hatte schon alles, was eine USA-Reise ausmacht: Planänderung, erstaunlich gute Organisation, freundliche Begegnungen, ein bisschen Chaos, ein erstes IPA und diese beleuchtete Skyline, die einem sagt: Jetzt bist du wirklich wieder da.
Was ich an diesem Abend besonders mochte, war die Mischung aus Müdigkeit und Aufregung. Man weiß eigentlich, dass man schlafen sollte, weil der nächste Tag früh beginnt. Gleichzeitig ist man innerlich noch auf Empfang: neue Geräusche, andere Straßen, amerikanische Schilder, diese ersten Blicke auf Diners, Tankstellen, breite Straßen und die Skyline im Hintergrund. Selbst eine kurze Runde um das Hotel reicht dann, um sofort wieder in dieses USA-Gefühl zu kommen.
Für den Reisebericht ist dieser erste Tag deshalb mehr als nur Anreise. Er zeigt schon, wie diese Woche funktionieren sollte: nicht perfekt geplant bis ins letzte Detail, aber mit genug Vorbereitung, um Probleme abzufangen. Hätten wir die Nacht in Jersey City nicht schon gebucht, wäre die ganze Sache mit dem Football-Spiel am nächsten Abend viel stressiger geworden. So hatten wir einen Puffer, kamen in Ruhe an und konnten am nächsten Morgen direkt in New York starten.
Mein Tipp aus diesem ersten Tag wäre deshalb ganz klar: Wenn ein großes Event wie ein NFL-Spiel, Konzert oder eine fest gebuchte Tour am Anfang einer Reise steht, lieber einen Abend früher anreisen. Natürlich kostet das eine zusätzliche Hotelnacht, aber in unserem Fall war genau diese Entscheidung Gold wert. Die Umbuchung hätte sonst sofort Druck erzeugt. So war sie nur eine Geschichte für den Reisebericht.
Auch Newark als Ankunftsflughafen in Kombination mit Jersey City funktionierte für uns sehr gut. Wer nach Manhattan will, denkt oft automatisch an JFK. Für Jersey City, New Jersey oder auch den Westen von Manhattan kann Newark aber sehr praktisch sein. Und wenn man wie wir ein günstiges Uber erwischt, ist der Transfer nach einem langen Flug angenehm unkompliziert.
New York City ist überwältigend, aber gut planbar. Wer Stadtteile, Subway, Hotel-Lage und Tagesrouten sinnvoll kombiniert, erlebt mehr als nur Times Square.
Afflilate
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