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Tag 5: Sedona & Wandererlebnisse zwischen Felsen und Geschichte
Roadtrip 2025

Heute erwartet mich ein Mix aus Naturwunder und Realität: Sedona zeigt sich landschaftlich von seiner besten Seite – doch auch die Touristenströme sind allgegenwärtig. Ich starte früh, um die schönsten Spots wie die Soldier Pass Cave und die Seven Sacred Pools zu erleben. Der Tag bringt über 20 Kilometer zu Fuß, Hitze, viele Eindrücke – und am Ende eine überraschende Entdeckung im ruhigen Walnut Canyon National Monument. Genau so kontrastreich darf ein Roadtrip-Tag sein.

Tag 5: Sedona, rote Felsen & ein unterschätztes Highlight

Der Tag beginnt wieder früh – und das ist auch gut so. Denn heute steht Sedona auf dem Plan, eine der bekanntesten Wanderregionen Arizonas, berühmt für ihre roten Felsen, spirituelle Energie und überlaufenen Trails. Auch hier ware ich schon zwei Mal, aber dieses mal möchte ich das Hinterland erkunden. Ich möchte die Ruhe der Morgenstunden nutzen – ein kluger Plan, der aber nur teilweise aufgeht.

Oak Creek Canyon – Der erste Ausblick

Die Fahrt von Flagstaff führt mich durch den kurvigen Oak Creek Canyon – eine landschaftlich spektakuläre Strecke, die sich durch dichte Wälder und rote Felsen schlängelt. Am Aussichtspunkt lege ich einen kurzen Stopp ein: Die tief eingeschnittene Schlucht und das morgendliche Licht machen den Ort zu einem perfekten Start in den Tag.

Sedona – Roter Sandstein & erste Enttäuschung

Kurz darauf erreiche ich Sedona. Früh genug, so denke ich, um mit dem ersten Wander-Shuttle in die Natur zu starten. Doch der Shuttlebus ist bereits voll. Ich könnte 50 Minuten warten – oder die 1,4 km zu Fuß bis zum Soldier Pass Trailhead zurücklegen. Ich entscheide mich für letzteres.

Titelbild zu Sedona

Sedona

Sedona ist die perfekte Kulisse für einen entspannten Urlaub. Die roten Felsen, die weitläufigen Wüsten und die atemberaubenden Aussichten auf die umliegenden Berge ist einfach unvergesslich.

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Wanderung zu den Seven Sacred Pools & Soldier Pass Cave

Meine heutige Route ist abwechslungsreich und landschaftlich beeindruckend. Zuerst erreiche ich die Seven Sacred Pools – kleine, wassergefüllte Felsbecken, die in einer natürlichen Linie angeordnet sind. Besonders nach Regenfällen spiegeln sie den Himmel und die umliegenden Felsen – ein echtes Fotomotiv.

Nur wenige Minuten später steige ich zur Soldier Pass Cave auf. Die Höhle ist über einen schmalen Pfad erreichbar und fordert etwas Kletterei – aber der Blick nach draußen und die Lichtspiele im Inneren lohnen sich. Hier oben bin ich fast allein, und genau so hatte ich mir den Tag vorgestellt.

Allein in der Wüste – und dann der Trubel

Der Weg führt weiter. Kilometerlang begegnet mir kaum jemand. Die Ruhe, die weiten Ausblicke und die dramatischen Wolken machen den Trail besonders. Doch dann komme ich zur Devil’s Bridge, einer Felsformation in Form einer natürlichen Brücke. Hier ändert sich die Stimmung schlagartig: Massen von Touristen, Warteschlange für das Instagram-Foto – nichts für mich. Ich lasse das Foto sausen und wandere lieber weiter auf ruhigeren Pfaden.

Erschöpfung & Hitze

Es wird zunehmend heiß – und obwohl der Himmel bewölkt bleibt, spüre ich, wie sich mein Nacken langsam rot färbt. Mein Wasservorrat wird knapper, und ich merke, wie die Sonne trotz Schleierwolken Kraft hat. Nach fast 20 Kilometern und rund viereinhalb Stunden auf den Beinen bringt mich ein Shuttle zurück zum Ausgangspunkt. Ich bin erschöpft – aber zufrieden.

Stadtzentrum zu voll – weiter geht’s

Ein geplanter Stopp beim Tlaquepaque Arts & Shopping Village fällt aus. Alle Parkplätze sind belegt, und der Verkehr in Sedona nimmt weiter zu. Der Trubel macht die Stadt an einem Sonntag fast ungenießbar. Obwohl ich mich sehr auf Sedona gefreut hatte – die Magie bleibt heute irgendwie aus.

Walnut Canyon National Monument – ein stilles Highlight

Ich fahre weiter – spontan Richtung Walnut Canyon National Monument. Und was für eine gute Entscheidung! Der Ort ist ruhig, gut gepflegt und historisch faszinierend. Der Trail führt durch einen Canyon mit steilen Wänden, in denen einst die Sinagua, eine indigene Kultur, ihre Wohnhöhlen anlegten. Viele der rund 800 Jahre alten Behausungen sind heute noch sichtbar.

Auf dem Weg nach unten spreche ich mit einem Ranger, der mir nicht nur von den Menschen erzählt, die hier vor etwa 800–900 Jahren lebten, sondern auch von der geologischen Geschichte: Die gut sichtbaren Gesteinsschichten stammen noch aus der Zeit von Pangäa, dem Superkontinent. Solche Einblicke bekommt man nur selten – ich bin beeindruckt.

Winslow – Ein kurzer Zwischenstopp mit Ohrwurm

Zurück auf der Route 66 steuere ich Winslow an – bekannt geworden durch den Song Take It Easy von den Eagles. Natürlich halte ich am berühmten „Standing on the Corner“-Spot, wo ein Musiktext zur Touristenattraktion wurde. Ein kurzer Foto-Stopp, ein Lächeln – dann geht’s weiter.

Übernachtung in Holbrook

Spontan buche ich mein Hotel für heute Abend in Holbrook – ein guter Ausgangspunkt für die morgige Etappe. Ein kurzer Einkauf bei Walmart und ein Abendessen bei Denny’s runden den Tag ab. Nach fast 30.000 Schritten und vielen Höhenmetern falle ich zufrieden ins Bett. Was für ein Kontrastprogramm: von Menschenmassen bis hin zur völligen Stille. Genau so soll ein Roadtrip sein.