Angels Landing im Zion National Park ist eine der spektakulärsten Wanderungen in den USA. Für den letzten Abschnitt ab Scout Lookout brauchst du eine Permit, die über Recreation.gov per Lotterie vergeben wird. Bis Scout Lookout kannst du auch ohne Permit wandern. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und ein genauer Blick auf Wetter und Shuttlezeiten sind hier Pflicht.
Permit seit 2022
Das Permit-System soll den Andrang auf dem schmalen, ausgesetzten Abschnitt zwischen Scout Lookout und Angels Landing begrenzen. Der National Park Service bezeichnet die Wanderung ausdrücklich als anstrengend; steile Abstürze und teils weniger als einen Meter breite Passagen machen eine ehrliche Selbsteinschätzung wichtiger als das Gipfelfoto.
Die Permit wird über Recreation.gov per Lotterie vergeben. Aktuell kostet die Bewerbung 6 USD pro Antrag für bis zu 6 Personen. Wenn du ausgewählt wirst, kommen 3 USD pro Person für die eigentliche Permit dazu. Bis Scout Lookout ist der Weg wie zuvor frei zugänglich. Auf der offiziellen NPS-Seite findest du die saisonale Lotterie und die Day-before Lottery für den Folgetag.
Fakten
Angels Landing Trail in Zahlen
- Entfernung: 8,7 km, Hin- und Rückweg
- Höhenunterschied: 453 Höhenmeter
- höchster Punkt: 1.765 Meter
- Wanderzeit: 4-6 Stunden (je nach Fitness und Anspruch)
- Beste Jahreszeit: Abhängig von Wetter, Hitze, Eis und aktuellen Trailbedingungen
- Schwierigkeitsgrad: Anstrengend; der Kettenabschnitt ist sehr ausgesetzt und bei Nässe oder Eis besonders riskant
- Achtung: Für den Abschnitt ab Scout Lookout ist eine Wandergenehmigung erforderlich
- Ausgangspunkt: Shuttle-Stop #6 “The Grotto”
Vorbereitung
Die Wanderung auf dem anspruchsvollen Weg mit hoher Aussicht macht Angels Landing so faszinierend. Du brauchst dazu keine übermenschlichen Nerven aus Stahl, aber auch geübte Wanderer müssen während der gesamten Wanderung wachsam bleiben.


Beschreibung der Route
Startpunkt “The Grotto”
Vom Visitor Center aus gelangst du in der Shuttle-Saison mit dem Zion Canyon Shuttle zum Trailhead. Der Zion Canyon Scenic Drive ist dann für private Fahrzeuge gesperrt. Alle Informationen zum Shuttlebus findest du hier: Zion Shuttlebus.
Für den Angels Landing Trail steigst du am Shuttle Stop Nr. 6 – The Grotto – aus. Dort ist auch die letzte Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen und die Wasservorräte zu füllen.



Danach überquerst du den Virgin River auf einer kleinen Holzbrücke. Zunächst folgt der Weg dem Virgin River und ermöglicht einen ersten Blick auf Angels Landing. Entlang des West Rim Trails geht es dann innerhalb der ersten 30 Minuten relativ schnell bergauf in Richtung des Refrigerator Canyon. Der Name ist Programm: Die Sonne erreicht diesen abgelegenen Teil des Wanderweges erst spät und es wird schnell kühl.
Am Ende der Schlucht beginnt der anstrengendste Teil der Tour: der Aufstieg an der Ostwand. Insgesamt 21 enge Serpentinen sind hier in die Felswand eingearbeitet worden. Diese Spitzkehren werden als „Walter’s Wiggles“ bezeichnet. Hier spürst du wahrscheinlich zum ersten Mal deine Waden, da du in relativ kurzer Zeit viele Höhenmeter gewinnst.
Scout Lookout

Danach erreichst du “Scout Lookout”. Von dort aus hast du bereits einen tollen Ausblick auf den Zion Canyon und den Virgin River. Hier trennen sich viele Wandergruppen: Wer sich den letzten Aufstieg nicht zutraut oder keine Permit hat, bleibt hier. Das ist keine Schande, denn selbst der Ausblick von Scout Lookout lohnt sich.
Der letzte Aufstieg


Von Scout Lookout aus sind es noch weitere rund 150 Höhenmeter bis zum Gipfel. Plane für diesen Teil einschließlich Gegenverkehr und Pausen ausreichend Reserve ein.
Nun beginnt der ausgesetzte Abschnitt, für den du die Permit brauchst. Hier solltest du wirklich trittsicher sein, Dich an steilen Abgründen sicher fühlen und feste Schuhe tragen. Wenn Fels nass oder vereist ist, starker Wind aufkommt oder Du Dich unsicher fühlst, ist Scout Lookout der vernünftige Wendepunkt.
Der Weg nach oben besteht aus ausgehöhlten Stufen, die auf bzw. entlang eines Grats in den Stein gemeißelt wurden. An vielen Stellen dienen Eisenketten hier als Handlauf und erleichtern den Aufstieg – aber dennoch kommst du an der ein oder anderen Stelle nicht an Kletterpartien vorbei.
Wenn du am höchsten Punkt von Angels Landing ankommst, gibt es keine Handläufe mehr. Du stehst mitten auf einem Felsplateau, das einen kompletten 360°-Rundblick über den gesamten Canyon bietet. Du hast es geschafft und kannst in Ruhe die Aussicht genießen. Über den Rückweg machen wir uns später Gedanken.

Rückweg

Ja, du musst über denselben schmalen und steilen Weg zurück, und auch die Waden melden sich bei den Serpentinen sicherlich zurück. Rechne trotz Permit mit Gegenverkehr und stimme Dich an den Ketten ruhig mit entgegenkommenden Wanderern ab.
Fazit
Warum sich Angels Landing lohnt
Angels Landing war für Tobias 2020 eines der großen Wanderhighlights im Südwesten. Diese persönliche Begeisterung ist aber keine pauschale Empfehlung für den Kettenabschnitt: Fitness allein reicht nicht. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, trockenes Wetter und die Bereitschaft umzukehren gehören genauso dazu. Der Weg und die Aussicht vom Scout Lookout sind auch ohne Gipfel ein lohnendes Erlebnis.
Wenn dich aber am Scout Lookout der Mut verlässt oder du dir die weitere Strecke nicht zutraust: Drehe um. Sich hier in Gefahr zu begeben ist keinesfalls Sinn der Sache und es wäre schade, wenn dein Roadtrip hier – auf welche Art auch immer – endet.

Häufige Fragen
Brauche ich für Angels Landing eine Permit?
Ja, aber nur für den letzten Abschnitt ab Scout Lookout mit den Kettenpassagen. Bis Scout Lookout kannst du ohne Angels-Landing-Permit wandern. Die Permit wird über Recreation.gov per saisonaler Lotterie oder Day-before Lottery vergeben.
Kann ich Angels Landing mit Kindern besteigen?
Pauschal lässt sich das natürlich nicht beantworten, da es auf das Alter und die Erfahrung der Kinder ankommt. Bei ungeübten Kindern empfiehlt es sich eher, noch ein paar Jahre zu warten und nichts zu riskieren. Der Weg wird tatsächlich oft unterschätzt. Viele Kinder, Familien oder ungeübte Wanderer bleiben auch bei Scout Lookout zurück und genießen von dort die Aussicht.
Wann ist die beste Zeit, um Angels Landing zu besteigen?
An den Wochenenden vom späten Frühling bis zum Sommer ist der Weg oft sehr überfüllt. In der Übergangszeit Anfang März und Mitte November hingegen ist extrem wenig los. Während der Sommersaison und an Feiertagen ist der Weg überlaufen. Wenn du zu dieser Zeit da sein solltest, mache ich so früh wie möglich auf den Weg!




